Archiv der Kategorie: Blog

Album mixed

Es gibt viel zu entdecken auf dem neuen Album, besonders mit Kopfhörern und Zeit. 17 Songs warten auf Euch! Zusammen mit Peter Junge habe ich in den letzten zwei Wochen die Lieder gemischt, nun wird die Musik zum Mastern verschickt. In etwa 2-3 Wochen schicken wir den Liebling ins Presswerk und dann weiter zu Euch! Nächstes Update in Kürze. Danke für Eure grosse Geduld.

Eure Sarah

Letzter Schliff

Andrea (Cichecki), meine DJ Freundin und ich sassen gestern Abend noch lange zusammen, um an Soundcollagen für mein Album zu basteln, an den kleinen Details, die die Musik noch verschönern. Übermorgen starten Peter Junge und ich mit dem finalen Album-Mixing. Zehn Tage werden wir 19 Songs mischen bis uns der Kopf qualmt, danach werden die Aufnahmen für den allerletzten Schliff zum Mastering verschickt. Zudem arbeite ich schon seit einigen Wochen mit Hanna Schneider, meiner Lieblings-Grafikerin am Cover & Booklet aus Lyrics und schwarz/weiss Photographien von Daniel Lindhüber, der meine Band und mich während der Aufnahmen im Studio mit seiner Kamera besucht hat. Ein neues Album ist vergleichbar mit einer Schwangerschaft, und ich weiss wovon ich spreche, es ist ein langer intensiver Prozess…endlich setzten die Wehen ein, aber das Kind lässt sich Zeit.

AMONG 10.000

Ein wenig dauert es noch bis zur Fertigstellung von AMONG 10.000 (es gab einige Verzögerungen auf Grund der C-Krise, nun wird das Album endlich gemischt, dann zügig gemastert). Ende September soll alles fertig sein, so dass wir im Oktober die Geschenke für Euch packen können. Viele haben vorbestellt, CD´s & Vinyl, für einige gibt es faire Schokolade oder Mehrwert Kaffee aus Kenia dazu, viele haben auch handgeschriebene Songtexte geordert und Kaffee & Kuchen bei uns Zuhause ergattert! Konzerte & Songwriting Tage, alles wird eingelöst. Habt vielen Dank für Eure Geduld! Bitte meldet Euch direkt bei mir für Fragen und Terminabsprachen: musik@sarahbrendel.de
Schon bald wird es hier in den Rubriken einen SHOP geben, in dem man das neue Album schon vorbestellen kann.

Bis bald! Sarah

Jail Sessions

Heute singe ich in einem Gefängnis in Berlin|Köpenick, von wo aus die erste Verhaftungs-, Folter- und Mordaktion der SA gegen Zivilpersonen und Juden im Jahr 1933, in der sogenannten Köpenicker Blutwoche begann. Zwischen dem 21. und 26. Juni 1933 im Berliner Stadtteil Köpenick. Hier könnt ihr mich in die Gefängniszelle begleiten: Live Video Bis zu 500 Gegner des Nationalsozialismus sollen in diesem Gefängnis von der SA gefangen genommen, gedemütigt und gefoltert worden sein. Die Liste von Grausamkeiten über die Jahre geht weiter und weiter, deshalb singe ich an diesem Ort in einer winzigen Zelle, in der man noch die Inschriften von Menschen findet, die hier zu Unrecht über Monate, vielleicht über Jahre eingesperrt waren und teilweise zu Tode kamen. In Erinnerung. Und mir selbst, als Ermahnung, wach zu sein, hinzuschauen, hinzuhören…hinzugehen.
Danke an die #jailsessions# für dieses außergewöhnliche Format.

Sarah

Tag & Nacht Recording

Tag & Nacht im Studio. An zehn langen Tagen haben wir 19 Songs eingespielt und aufgenommen. Was für eine Erfahrung. Ich werde noch lange davon zehren. Die ersten Tage probierten wir den Sound an der alten Neve Console, Pre-Amps, Röhrenverstärkern und allerlei Zeugs mit Jochen Etzel und Arno Jordan zwei grossartigen Engineers. Während Janik Hüsch sein Schlagzeug aufbaute und Moritz Brümmer verschiedene Bässe ausprobierte, richtete ich mir in einer Ecke des Regie Raums mein kleines Wohnzimmer, mit Sofa, Büchern und Familienbildern ein, um richtig anzukommen. Unser Plan war so viel wie möglich live einzuspielen. Das war mein erstes Mal, ich dachte immer, das können nur die grossen Musiker und hatte echt Respekt davor. Unsere erste Session startete mit dem Song “ 1 Way Track „, den ich erst zwei Tage zuvor geschrieben hatte und eigentlich nur als hidden Track für das Album gedacht hatte. Wir setzten die Kopfhörer auf und begannen zu spielen. Moritz hatte sich für einen Fender Bass entschieden und Janik´s Drumsound klang super, der Rhythmus war genau richtig, ohne Anstrengung konnte ich mich mit meiner Akustik Gitarre und Stimme in den Sound legen. Nach nur wenigen Takes war der Song im Kasten. Andere Songs waren mühseliger und dauerten Stunden. Man muss einfach dranbleiben und darf nicht locker lassen. Ich bin überzeugt das es den goldenen Take gibt, den einen Moment, indem alles zusammenkommt. Das schreibt auch Neil Young in seiner Autobiographie: „Es brauchte viele Versuche und dauerte bis in die Morgenstunden, aber schliesslich hatten wir den Take.“ Zwischendurch hatte ich das Empfinden die Stecknadel im Heuhaufen zu suchen, weil wir immer wieder auf der Suche nach dem passenden Sound waren, egal wie müde wir waren. Die ersten vier Tagen spielten Moritz, Janik und ich die Hälfte des Albums ein, dann gab es einen fliegenden Wechsel, Dave Mette gesellte sich an den Drums zu uns, Karsten Brudy brachte seine Pedal Steel mit und David Lübke kam mit einer weiteren Akustik Gitarre dazu. In einer schönen Nachtsession nahmen wir alle zusammen “ Scary Mountain “ und im Anschluss „Shadow Of A Mountain“ auf. Zwei Berge waren erklommen. Susi Wittig, die mich bei einigen Liedern auf dem Album mit ihrer schönen, klaren Stimme unterstützt, nahm sich Urlaub, um für uns zu kochen und zu backen, und schrieb nebenher neue Lieder. Auch andere Freundinnen kochten für uns. Jeden Mittag sassen wir gemeinsam am grossen Holztisch der Künstler-Loft und bekamen wunderbare Gerichte serviert. Ich glaube, dass diese gemeinsamen Tischzeiten besonders für uns alle waren. Es kamen immer wieder Gäste dazu. Die gemeinsame Pause, das gute Essen setzten neue Kräfte frei, die in unserem künstlerischen Schaffen notwendig sind. Wahrscheinlich hat keiner so darüber nachgedacht wie ich, aber mir hat es wirklich viel bedeutet. An dem grossen Holztisch fiel es mir immer besonders auf, wie viele unterschiedlich begabte Menschen hier zusammenkamen, ein reich gedeckter Tisch. Ein Traum, den ich schon lange hatte wurde wahr. Ich bin sehr dankbar über die Menschen, die mit mir an diesem Album arbeiten. Über die Freundschaften in diesem Team.
Es ging also weiter, wir spielten die anderen Songs ein, fast alle live. Zum Ende der Aufnahmen war ich allerdings so müde, dass ich mich bei drei Liedern entschied die Stimme später, in der frische des Tages einzusingen. Aber es gibt keine Schnitte, das heisst alles ist in einem Take gesungen und gespielt, damit es natürlich bleibt. Am drittletzten Tag morgens kamen die Jungs mit den Streichinstrumenten, endlich war Filip Sommer wieder dabei, später auch an der Mandoline, ein Quartett vom Allerfeinsten. Ich hatte es mir auf dem Sofa des Regieraums mit einer Tasse Kaffee bequem gemacht, während Jochen am Neve Pult den Sound für die Streicher einstellte. Die grossen Fenster des Studio standen offen, Vögel sangen und die Luft roch nach Frühling. Als die Streicher zu spielen begannen erfüllte mich ein wundersamer Friede. Ich blickte das Foto meiner Eltern an, die wieder und wieder an mich glaubten, dann zog ich einen Sammelband von Georg Steinberger aus dem Regal und las: “ Aber vertrauen musst Du ihm, vertrauen auch in der Wüste, vertrauen auch im Dunkeln…und ich werde ihr von dort die Weinberge geben und das Tal Achor zu einer Tür der Hoffnung, und sie wird daselbst singen wie in den Tagen ihrer Jugend“, zeitgleich erklang aus den Lautsprechern der Titelsong des Album „Among 10.000“, und die Textzeile: „..in the vineyards we sit and sing..“.

Midnight recording


Zum Einstieg ins Album hatte ich noch einen Wunsch, der etwas aufwendiger umzusetzen war, vor allem, weil die Zeit knapp war. Ich habe mir vor einiger Zeit ein altes schweres Harmonium zugelegt und mich in seinen Klang verliebt. Die Wärme und die Kraft dieses Instrumentes entfachen in mir Bilder von wilden Seefahrten, von den ersten Erweckungspredigern, die draußen bei Wind und Wetter mit kraftvoller Stimme vom Himmelreich kündeten. Obwohl wenig Zeit war, unterbrachen Jochen und ich die Arbeit im Studio, um in unserem Wohnzimmer das Harmonium mit ein paar Mikrofonen abzunehmen. Jochen hatte angekündigt, dass dieser Prozess mindestens zwei Stunden brauchen würde. Der Klang des Instruments wird ähnlich wie bei der Orgel durch das Treten von Fusspedalen erzeugt, es strömt dann Luft in einen Blasebalk, mit verschiedenen Registern kann man Bässe, Flute, Echo und vieles mehr bestimmen. Nachdem ich mich bei den ersten Anläufen ständig verspielt hatte, weil das Pumpen, Tastengreifen und singen mich völlig in Beschlag nahm, platzte schliesslich der vergilbte, lederne Blasebalg, immer noch pumpte und spielte ich weiter bis die Luft ganz draussen war, ich fühlte mich wie ein Marathonläufer, der kurz vor dem Ziel schlapp macht. Mindestens drei Stunden waren vergangen und es lag noch viel Arbeit vor uns. Zurück im Studio ging es gleich weiter. Das Lied „ In My Country“ ist eins der Herzstücke des Albums, wir spielten es live ein: ich am Klavier, Moritz am E-Bass, David an der Gitarre und Dave an den Drums. Jochen hatte uns einen spitzen Kopfhörer Sound gemischt, ich konnte voll abtauchen. Nach mehreren Takes rollte der Song, aber dem Stück fehlte etwas, es plätscherte irgendwie dahin. Der Beat war gut, aber es fehlte die Dringlichkeit. Es ist ein Lied über Flucht und Verlust, es beschreibt das Schöne, vergangene, die Idylle des Herkunftslandes, trägt zugleich den Schmerz und die Verlassenheit einer Flucht. Eine Hommage an meine Freunde, die fliehen mussten. Manchmal sind die Dinge, die in uns vorgehen so schwer auszudrücken. Immer wieder musste ich den Song unterbrechen, weil er sich noch nicht so anfühlte, wie ich ihn spürte. Es brauchte Zeit doch schliesslich wurden wir fündig, dem Lied hatte einfach nur der Jazz gefehlt, ein paar kraftvolle Schlagzeugwirbel. Ich bin froh, dass alle Songs eingespielt sind und trotzdem noch alles mögliche gemacht werden darf. Jetzt gehe ich gleich nochmal ins Studio, um ein paar Gesangsspuren mit Arno aufzunehmen, danach machen Moritz und ich uns ans editieren..wir sind noch voll im Prozess und ich berichte wieder. Ich hoffe jeden Lesenden wohlauf.

Müde Mama

Bis bald! Sarah

Photos by: Daniel Lindhüber

Wir sind am Ziel

Gestern Abend haben wir unser ersten Fundziel erreicht! Unfassbar, wieviele sich an unserem Crowdfunding beteiligt haben. Wir freuen uns nicht nur auf die Studiozeit, neue Musik aufzunehmen und in die Welt zu tragen, sondern auch darauf die vielen Geschenke an Euch zu verschicken und einige von Euch persönlich zu treffen. Zusammen ist viel mehr möglich und man ist weniger allein. Noch zwei Tage sind möglich, um das zweite Ziel zu erreichen:
Rote Rosen für Euch! Der Sekt ist für mich:)
Bis bald! Sarah und Team